Dienstag, 15. Oktober 2013

Rezension / Silber (Kerstin Gier)


Als Fan von Kerstin Gier kam ich natürlich nicht umhin, mir auch ihren neuen Roman “Silber” zu besorgen, den man in der Rubrik „Jugendliteratur“ einordnen kann.

Dass auch Jugendbücher etwas für Erwachsene sein können, habe ich schon ganz deutlich beim Lesen der Edelstein-Trilogie gemerkt.

So habe mich fast auf das „Erste Buch der Träume“ gestürzt - dem Auftakt einer weiteren Trilogie, der "Silber-Trilogie" (s. auch: Homepage)
 


Klappentext:

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen...

Meine Meinung:

Vorweg: ich LIEBE Kerstin Giers Schreibstil! Und als ich dieses Buch begonnen habe, war mir klar: auch diesmal werde ich nicht enttäuscht. Und so war es auch! Über 400 Seiten Lesegenuss mit vielen wohldosierten Häppchen Spannung und Witz.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und alle auf ihre Art liebenswürdig oder faszinierend. (In Bezug auf die „Jungenclique“ im Buch würde ich mich sehr auf eine Verfilmung freuen bzw. auf eine würdige Besetzung hoffen ;-))

Das Thema „Träume“ bietet natürlich unheimlich viel Spielraum für einen Autor, und Kerstin Gier hat es geschafft, diesen Raum zu nutzen. Es ist faszinierend, wie viel Phantasie auch ein erwachsener Mensch noch besitzen kann. Trotzdem kommt hin und wieder die erwachsene Kerstin Gier durch. Ihre Protagonistin Liv ist das unscheinbare Mädchen von nebenan, das sich ein bisschen über die Vorlieben ihrer gleichaltrigen Freundinnen lustig macht, bzw. versucht, den Überblick zu wahren. Und genauso blicken auch Erwachsene oft auf Jugendliche „herab“. Aber gerade deshalb ist das Buch auch für Erwachsene geeignet, die über ein bisschen mehr Erfahrung und Weitblick verfügen.

Schade aber, dass ich es beim Lesen nicht lassen konnte, Vergleiche zur Edelstein-Trilogie zu ziehen. Und tatsächlich: die eine oder andere Parallele konnte ich finden - als wenn Gier beim Schreiben noch gedanklich an ihrem letzten Roman hängen würde.
 Hier meine Vergleiche:

-          Liv und Gwendolyn sind sich irgendwie sehr ähnlich: unscheinbar, und doch schlagfertig, mutig und frech. Und sie müssen sich mit „typischen“ Mädchen in ihrem Altern messen, welche ihnen Steine in den Weg legen. Im Laufe des Buches machen sie mit ihren Vorzügen auf sich aufmerksam und finden ihre große Liebe.

-          In der Edelstein-Trilogie treffen sich die Liebenden in der Zeit, in „Silber“ kommt es zu nächtlichen Treffen im Traum. Die Grundidee ähnelt sich sehr.

-          Wie auch Gwendolyn besitzt Liv angeblich eine besondere Gabe, die den Kreis schließt.

-          Auch in „Silber“ darf sich die Protagonistin indirekt in die Vergangenheit begeben, und zwar im Ballkleid auf dem viktorianischen Herbstball der Schule.

Aber trotz allem ist „Silber“ eine eigenständige Geschichte, die wunderbar unterhält, an keiner Stelle langweilig wird und in einem sehr spannenden Finale endet. Das ein oder andere Detail habe ich bis zum Schluss nicht ganz verstanden – was aber gar nicht schlimm ist. Denn wenn es um’s Träumen geht, ist (fast) alles erlaubt!

Sehr erfrischend und neu waren die eingestreuten Blogeinträge von „Secrecy“, der Undercover-Klatschtante der Schule. Gefallen hat mir auch der persönliche Schlussbrief von Kerstin Gier, in dem sie sich nochmal an ihre Leserinnen und Leser wendet.

Super ist natürlich auch, dass einige Fragen offen bleiben und man auf den 2. Band hin fiebern darf.

Fazit:

 Ich hatte großen Spaß mit Buch „Silber“, das insbesondere auf der Humorebene sehr weit oben mitspielt und in meinen Augen für junggebliebene Erwachsene ein Muss ist. Ich kann es ohne Bedenken an phantasievolle Menschen weiterempfehlen, die gerne träumen, sich in abgefahrene Welten forttragen lassen können - und auch 5 mal gerade sein lassen können. Ich wünsche allen eine gute Nacht…äh, eine genauso schöne Zeit mit dem Buch, wie ich sie hatte!

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch, du reihst dich in die Reihe der Silber-Möger mit ein :D Ich suche mittlerweile schon direkt auf Blogs nach Rezensionen, um mich zu vergewissern, dass das Buch auch ja gemocht wird und bisher habe ich auch noch keine schlechte Meinung gelesen xD
    Der Vergleich zur Edelstreintrilogie blieb mir glücklicherweise erspart, da ich diese nicht gelesen habe.
    Aber ich finde ja nicht, dass Liv eine unscheinbare Person ist und ich glaube, so tollpatschig wie Gwendolyn ist sie auch nicht :D

    Liebe Grüße, MissDuncelbunt

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