Montag, 21. April 2014

Rezension / Das Herz eines Nachfolgers (Kyle Idleman)














Laut Klappentext geht es in diesem Buch um Götzen. Kennen wir ihn nicht irgendwo her, diesen Ausdruck? Ging es nicht um selbstgebastelte Götter? So kennt man es zumindest aus der Bibel. Aber was hat das nun konkret mit mir zu tun?

Wer der Meinung ist, Götzendienst spiele in seinem Leben keine Rolle, greife zu diesem Buch.
Aber Achtung: Explosionsgefahr ;-)


Für Kyle Idleman gibt es keine Atheisten: irgendwas betet JEDER während seines Lebens an. Man kann diese "Götter" auch im Vergnügnungsbereich (Essen, Sex, Unterhaltung), im Machtbereich (Erfolg, Geld, Leistung) oder im Liebesbereich (romantische Liebe, Familie, Ego) finden. Wofür opfern wir Zeit, Energie und Geld? Was beschäftigt unser Denken und Tun? Welche Götter kämpfen um den Thron unseres Herzens?

Nicht der gesunde Umgang mit diesen Geschenken Gottes ist gefährlich - gefährlich wird es dann, wenn wir zu viel Hoffnung in einen "Götzen" stecken, der eigentlich nur ein billiger, unbedeutender Abklatsch ist.


"Wir haben einen Gott, der aus dem Himmel, aus der Vollkommenheit, aus der Reinheit und Macht zu uns kommt, weil er um unser Herz wirbt."

 

Mit den im Inhalt genannten Bereichen (Vergnügen, Macht, Liebe) deckt Kyle Idleman so ziemlich alles ab, wonach ein Mensch in seinem Leben, fernab von den Plänen Gottes, aus eigener Kraft streben könnte. Der Inhalt ist zwar knapp abgesteckt, spricht aber mit Sicherheit JEDEN Leser auf seine Art an.

Kyle Idleman erzählt viel aus seinem eigenen Leben und aus dem Leben von Menschen, denen er in seiner Tätigkeit als Pastor begegnet ist. Die Beispiele sind lebensnah, herausfordernd und regen sehr stark zum Nachdenken an. Immer wieder geht es um Menschen, die an die Grenzen ihrer eigenen Kraft und Kompetenz stoßen und merken, dass sie mit ihrem "Götzen" auf dem Holzweg sind.

Besonders gelungen finde ich die Einbettung der QR-Codes, die direkt auf die ausführlichen Lebensgeschichten der erwähnten Personen verlinken. Das ist mir in dieser Form noch nie begegnet!

Hier und da werden auch interessante Statistiken und Studien eingebaut, die einen "ungesunden" Trend in unserer Gesellschaft verdeutlichen.

Manchmal tue ich mir schwer mit christlichen Bücher, die Druck auf mich ausüben, bzw. in denen der Gedanke der Gnade Gottes zu kurz kommt. Dennoch weiß ich wie wichtig es ist, mein Leben ständig neu unter die Lupe zu nehmen. Kyle Idleman vergleicht unser Herz mit einer zugemüllten Quelle, die den Dreck irgendwo hin schwemmt. Es nützt also nichts, den Müll weiter unten einzusammeln - die Quelle muss im Auge bahalten werden. Es bringt nichts, an den Symptomen zu arbeiten. Vielmehr muss man sich fragen: wo steckt die Ursache? Und es gibt jemanden, der uns klares Wasser einschenken möchte. Dieses Bild hat mir sehr gut gefallen.

Idleman betont vielfach, dass die von Gott gesteckten Grenzen NIEMALS dazu da sind, um uns zu quälen. Aber es gibt die "eifersüchtige" Seite des biblischen Gottes - und diese reine Eifersucht ist immer mit Liebe verbunden.

Wer glaubt, dass so ein Buch bierernst geschrieben sein muss, täuscht sich gewaltig! Der Schreibstil ist umgangssprachlich, liebevoll und stellenweise sehr humorvoll. Ich sah vor mir also keinen Geistlichen mit erhobenem Zeigefinger - trotz der deutlichen Sprache.

Dieses Buch hat mich insgesamt sehr zum Nachdenken angeregt und verfolgt mich immernoch bis in meinen Alltag hinein. Das Faszinierendste an diesem Buch ist, dass man sich vorher gedanklich in einer gewissen Rubrik einordnet, aber plötzlich in anderen Kapiteln unangenehme, aber wichtige Entdeckungen macht.


"Das Herz eines Nachfolgers" ist ein Buch, das einen nicht mehr loslässt und im Alltag nachhallt.
Was will ich? Modriges Zisternenwasser oder klares Quellwasser?

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